Die Geschichte der Ortung und Bergung von Schiffswracks
Während der vielen Jahre, in denen das Meer einer der wichtigsten Transportwege war, ging eine große Zahl von Schiffen aus verschiedenen Gründen verloren: unvollständige nautische Karten; ungenaue oder fehlende Navigationsinstrumente; instabile Holzschiffe, oft überladen und schwierig zu manövrieren; Kriegshandlungen; Piraten und Stürme . Aus ökonomischen Gründen gab es viele Versuche, die in den Ozeanen gesunkenen, wertvollen Schiffe zu bergen. Die Probleme, mit denen sich frühere Berger konfrontiert sahen, waren alles andere als gering. Es war oft ein unmögliches Unterfangen, ein Wrack zu lokalisieren, da ihnen als einziges ein beschwertes Führungsseil oder Kabel zur Verfügung stand. Die Taucher konnten nicht länger unter Wasser bleiben, als die Zeit, die sie ihren Atem anhalten konnten. Deshalb verwendeten die spanischen Conquistadoren für diese gefährliche und schwierige Arbeit oftmals Sklaven. Diese mußten ohne Tauchermasken zum Wrack hinab schwimmen, sich hinein begeben und versuchen, irgendetwas Wertvolles zurück an die Oberfläche zu bringen, wo sie erstochen wurden, wenn sie scheiterten.
Als der Schwede Hans Albrekt von Treibling in der Mitte des 17. Jahrhunderts die Taucherglocke erfand, begann ein neuer Abschnitt der Wrackbergungsgeschichte. Die Taucherglocke ermöglichte es dem Taucher, viel länger als jemals zuvor unter Wasser zu bleiben. Dank dieser Erfindung gelang es unternehmungslustigen Menschen auf der ganzen Welt, einige sensationelle Bergungen zustande zu bringen. Trotz dieser revolutionären Erfindung blieben Schwierigkeiten wie das Herankommen an in Sand und Korallen vergrabene intakte Wracks erhalten. Zusätzlich gibt es all die anderen Probleme, mit denen moderne Bergungsteams konfrontiert sind: Strömungen, schlechte Sicht, kaltes Wasser und große Tiefen.
Um 1950 konstruierten Cousteau-Cagnan das Tauchgerät und machten damit eine Erfindung von entscheidender Wichtigkeit. Jetzt war das längere Verweilen unter Wasser, zumindest in Tiefen weniger als 30 bis 40 Metern unproblematisch geworden. Stattdessen wurde die Ortung all der Schiffe zum Hauptproblem. Aber die Aussicht auf große Funde war verlockend und eine neue Art von "Schatzsuche" begann. Die Bergungsteams, die zur Lokalisierung von Wracks Archivforschungen benutzten, besaßen zwar einen großen Vorteil, der jedoch relativ war, denn die Berichte über die Wracks enthielten selten die genaue Position der Schiffe.
Durch die Entwicklung ausgeklügelter Bergungstechnik kam es zu dem modernen "Goldrausch" unter Wasser, der mehr Gold, Silber, Porzellan und Schmuck an die Oberfläche bringen sollte, als jemals zuvor.
Zu den wichtigsten Suchinstrumenten gehören Side-Scan-Sonar, Magnetometer und ROV´s ( Remote Operated Vehicles ).
Das Side-Scan-Sonar bedeutet wörtlich übersetzt
"seitwärts blickender Echotöner". Der
Side-Scan-Sonar- "Fisch", welcher hinter dem Suchschiff hergezogen
wird, sendet akustische Signale seitwärts aus. Das Ergebnis ist ein grafisches
Bild, das alle Objekte am Meeresboden mit großer Genauigkeit reproduziert.
Diese Abbildungen werden dann an Bord graphisch verbessert und interpretiert.
Dabei werden alle von
unnatürlichen Objekte in einer elektronischen Seekarte markiert. Die
Entwicklung der Sonarbilder hat sich in den letzten 15 Jahren von groben
Papierausdrücken, welche oftmals wenige oder gar keine Details enthielten, hin
zu hochauflösenden digitalen Bildern entwickelt. Diese werden graphisch
aufgebessert und können die Größe und Form sogar von Objekten wiedergeben,
die kleiner als eine Coladose sind.
Das
Magnetometer ( im Bild ein Nuklear-Resonanz-Magnetometer ) wird meist
benutzt, um Schiffswracks zu lokalisieren, die von Torredos (Schiffswürmer)
zerfressen und/oder durch Strömungen eingeebnet oder abgetrieben wurden. Das
Magnetometer registriert Abweichungen vom Magnetfeld der Erde, wie es in der
Umgebung von Eisengegenständen
auftritt, z.B. Kanonen oder Anker. Die Empfindlichkeit des Magnetometers ging in
den letzten 15 Jahren von 10-15 Tesla auf bis zu 0,01 Tesla zurück. Das ermöglicht
die Wahrnehmung sehr kleiner Eisenteile auf große Entfernungen hin. Außerdem
macht die Verwendung von Computern und neu entwickelter Software es möglich,
sehr genaue Magnetlandkarten vom untersuchten Gebiet zu erstellen, die die
kleinsten Anomalien enthalten.
Das
Haupteinsatzfeld des Remote Operated Vehicle's (ROV) ist die Untersuchung
des vom Sonar oder Magnetometer vorgegebenen "Ziels". Das ROV trägt
eine hochauflösende Videokamera, die alle digital aufgenommenen Bilder vom
Roboter zur Oberfläche in Echtzeit überträgt. Das ROV kann u.a. mit einem
Sector-Scanning-Sonar ausgestattet werden, das die Unterwassernavigation bei
schlechter Sicht unterstützt, oder mit einem Manipulatorarm, um Dinge an die
Oberfläche zu holen.